Zu viel Hurra für die Champions League

Die Begegnung mit Borussia Dortmund in Wembley hatte Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino im Vorhinein zum „Endspiel“ erhoben und damit einen ähnlichen Ton gewählt wie der BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, der erklärt hatte, an diesem Abend könnten „Helden geboren werden“. Große Worte in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hier um den ersten Spieltag in der Vorrundengruppe H handelte, aber immerhin auch keine leeren Versprechnungen.

Zwar werden diesem Finalspiel noch fünf weitere folgen, und es hat auch niemand einen Drachen bezwungen und in dessen Blut gebadet, aber die beiden Parteien lieferten sich in der frischen englischen Abendluft tatsächlich ein Spiel, das nicht aussah, als finde es im Frühstadium des Wettbewerbs statt. Die Dortmunder schienen dabei die Entscheidung noch bedingungsloser zu suchen als Tottenham, sie drängten vorwärts, als wären sie selbst die Gastgeber in London – was wohl auch der Grund dafür war, dass sie die Partie 1:3 (1:2) verloren. Die offenherzige Angriffspolitik von Trainer Peter Bosz nahm Tottenham dankbar zur Kenntnis und machte den bestmöglichen Profit davon.

Wembley wird in Fußballerkreisen nach wie vor als mythischer Ort

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