„Wir fordern euch heraus“ – FAZ

Inmitten einer heftigen Währungskrise hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Nato-Partner Amerika abermals heftig angegriffen. „Ihr versucht, 81 Millionen Türken für einen Pastor zu opfern“, sagte er am Sonntag, ohne die Vereinigten Staaten direkt zu erwähnen, in der Stadt Trabzon. „Aber wir haben euren Plot durchschaut und wir fordern euch heraus.“ Was die Vereinigten Staaten mit Provokationen nicht erreicht hätten, versuchten sie nun mit Geldpolitik zu erreichen, sagte Erdoğan. Es sei „ganz klar ein Wirtschaftskrieg“.

Die beiden Länder streiten über den amerikanischen Pastor Andrew Brunson, der wegen Terrorvorwürfen in der Türkei festgesetzt ist. Von diesem Montag an werde deshalb die amerikanischen Zölle auf Stahl aus der Türkei verdoppelt. Die türkische Landeswährung Lira brach unter anderem daraufhin ein. Insgesamt hat die Währung seit Jahresbeginn zum Dollar mehr als 70 Prozent an Wert verloren, zum Euro rund 61 Prozent, weswegen der türkische Finanzminister Berat Albayrak nun einen Aktionsplan für die Banken und die Realwirtschaft ankündigte, um die Märkte zu beruhigen. Die Institutionen würden am Montag die notwendigen Maßnahmen ergreifen und mit dem Märkten kommunizieren, sagte der Minister der Zeitung „Hürriyet“. Details nannte er nicht.

„Heimtückische Verschwörung“

Damit reagiert die Türkei eigenständig auf den Konflikt mit den Vereinigten Staaten – eine Harmonisierung erscheint ebenso nicht gewollt wie die Kooperation mit dem Internationalen Währungsfond (IWF), den viele Beobachter

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