"Was ist eigentlich bei der Polizei in Dessau los?"


Auf einer Polizeiwache in Dessau verbrannte vor knapp 13 Jahren der Asylbewerber Oury Jalloh. Weil der Mann aus Sierra Leone angeblich stark angetrunken war, fixierten Polizisten ihn an Händen und Füßen. Wenig später fanden sie seinen verkohlten Leichnam in der Zelle.

Die Ermittlungsbehörden gingen davon aus, dass Jalloh den Brand selbst mit einem Feuerzeug legte – seine Angehörigen halten das für unmöglich. Sie sprechen von Vertuschung und Mord durch die Polizei.

Der damalige Dienstleiter wurde Jahre später wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt, weitere Ermittlungen in dem Fall sind inzwischen eingestellt – aber noch immer sind viele Fragen offen. In einem Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“ ist nun von einer „spektakulären Wendung“ die Rede. Worum geht es? Der Überblick.

Welche neuen Erkenntnisse gibt es?

Der Bericht bezieht sich auf ein Dokument, das bereits Mitte November in den Fokus der Öffentlichkeit geraten war. Es handelt sich dabei um einen Aktenvermerkt des Dessauer Oberstaatsanwalts Folker Bittmann vom 4. April dieses Jahres. Darin thematisiert der zu diesem Zeitpunkt zuständige Chefermittler unter anderem den „Anfangsverdacht eines Mordes“.


Oury Jalloh verbrannte 2005 in einer Dessauer Polizeizelle. Bis heute sind die Umstände seines Todes nicht eindeutig geklärt.

Die Behörden argumentierten lange, der Asylbewerber aus Sierra Leone habe den Brand selbst gelegt. Die „Initiative

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