Warschau spielt die antideutsche Karte

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Polens Medien haben ein hoch emotionales Thema gefunden: mögliche Reparationen von Deutschland für Krieg, Besatzung und Terror vor mehr als 70 Jahren. Die Regierung hat das Thema aufgebracht, ein Gutachten des Sejms (Unterhaus) hält das Anliegen für berechtigt. Das letzte Wort der Regierung – ein Brief nach Berlin, eine Klage vor einem Gericht – steht noch aus.

„Es hat doch seit dem Mittelalter immer Kontributionen gegeben, wenn ein König einem anderen im Krieg unterlag“, sagt Pani Grazyna in Warschau. Von Haus aus Chemikerin arbeitete sie in der Verwaltung einer Hochschule und ist gerade in Rente gegangen.

„Ich finde, Polen stehen Reparationen zu. Von Deutschland und eigentlich auch von Russland, für die sowjetische Besetzung. Schauen Sie, Deutschland hat nach dem Krieg diesen tollen Marshall-Plan bekommen. Aber Polen war im Krieg in der Anti-Hitler-Koalition und gehörte hinterher doch zu den Verlierern. Ich finde, dafür müsste es einen Ausgleich geben.“

„600 Euro, viel ist das nicht, oder?“

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Dann erzählt Grazyna von ihrem Onkel Jerzy. „Er wurde als

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