Trumps Absage ist genial oder die Konsequenz seiner Überforderung

Der US-Präsident teilt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un per Brief mit, dass er sich vorerst doch nicht mit ihm treffen will. Dafür gibt es sehr unterschiedliche Erklärungen.

In Amerika gibt es den sogenannten ­Dear-John-Brief. Gemeint ist damit das oft etwas peinliche Schreiben, wenn jemand in einer Beziehung Schluss machen will. Der Präsident der Vereinigten Staaten verschickte am Donnerstag einen Brief an den Diktator von Nordkorea, der sich in weiten Stellen genau so liest: „Dear John“. Darin ist die Rede vom „wunderbaren Dialog, der sich zwischen uns entwickelt hat“, und davon, dass sich Donald Trump „sehr gefreut“ habe auf das Treffen mit Kim Jong-un. Auch die Freilassung von amerikanischen Gefangenen sei eine „schöne Geste“ gewesen.

Aber dann, schreibt Trump, seien da diese „Feindseligkeiten“ seitens Kim in den vergangenen Tagen gewesen. Darum sei der geplante Gipfel nun „unangebracht“ und werde so nicht stattfinden. Das sei ein wahrhaft trauriger Moment, fügt der Präsident an. Ganz Schluss machen will er dann aber offenbar doch nicht: Sollte Kim seine

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