Trump überdehnt seine Macht – FAZ

Der Aufruf des türkischen Staatspräsidenten an andere Länder, durch eine stärkere Verwendung nationaler Währungen die Vorherrschaft des Dollars als führender Währung in der Abwicklung und Finanzierung des Welthandels zu lösen, ist ein Echo vergleichbarer Forderungen aus China.

Sie haben kurzfristig keine Aussicht auf Erfolg, denn die auf die wirtschaftliche, politische und militärische Macht Amerikas gestützte Dominanz des Dollars an den internationalen Finanzmärkten ist so gewaltig, dass Donald Trump weiterhin den Dollar als Waffe einsetzen kann und Erdoğan nichts anderes übrigbleiben wird, als die auf Dollar lautenden Schulden der Türkei in amerikanischer Währung zu tilgen. Der legendäre Satz des früheren amerikanischen Finanzministers John Connally an die Adresse der amerikanischen Partner – „Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem“ – wird weiterhin Bestand haben.

Erst wird die Macht überdehnt, dann folgt der Niedergang

Und doch: In seinem bekannten Buch „Aufstieg und Fall der großen Mächte“ zeigt der britische Historiker Paul Kennedy, wie die Überdehnung von Macht dem allmählichen Niedergang großer und einflussreicher Staaten vorausgeht. Solche Prozesse können sehr lange dauern. So vollzog sich die Ablösung des Pfunds durch den Dollar als führender Währung in der Welt über mehrere Jahrzehnte.

Anders als dem Pfund im frühen 20.Jahrhundert steht heute dem Dollar kein mächtiger Konkurrent entgegen. Der Euro leidet unter der Krise der vergangenen Jahre, und die chinesische Währung

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