Trump kann jetzt die ganze Macht an sich reißen

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Ein Kopfschütteln hat ihn wohl das Amt gekostet, das zweitwichtigste Amerikas und eines der wichtigsten der Welt. Gary Cohn, der oberste Wirtschaftsberater von Donald Trump, hätte Chef der amerikanischen Notenbank werden sollen. Aber er zog sich den Zorn des US-Präsidenten zu.

Vor einigen Wochen, als Trump den Aufmarsch Rechtsextremer in der Stadt Charlottesville verherrlichte, stand Cohn sichtlich irritiert hinter der Bühne. Anschließend, sagen Vertraute, habe er sogar ein Schreiben entworfen, in dem er seinen Rücktritt ankündigte, es aber niemals abgeschickt. Und dann kritisierte er Trumps Reaktion auf die Gewalt auch noch in einem Interview mit der „Financial Times“. Zu viel für Trump. Der Präsident will Cohn, wie es heißt, nicht mehr für den Posten als Chef des Federal Reserve System, kurz Fed, nominieren. Der wird im Januar frei, mit dem Ende der Amtszeit Janet Yellens. Trump warf Yellen immer wieder vor, nicht unabhängig zu sein und auf Anweisung seines Vorgängers Barack Obama den Leitzins tief gehalten zu haben, um die Wirtschaft zu stützen. Yellen wird nach all der scharfen Kritik wohl nach einer Amtszeit abtreten.

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