Shutdown in den USA: Trump nimmt sein Land in Geiselhaft

Die USA sind der einzige Staat, der den zwangsweisen Regierungsstillstand kennt. Präsident Trump nimmt damit Hunderttausende Regierungsangestellte in Geiselhaft.

Ein Kommentar von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Wenn Historiker später einmal beschreiben, wie die USA ihre Alleinstellung als Supermacht verloren haben, dann könnte 2019 eine wichtige Rolle spielen.

Während China auf der erdabgewandten Seite des Mondes landet und seinen weltweiten Einfluss strategisch geschickt ausbaut, schwächen sich die Vereinigten Staaten mit einem erratischen Präsidenten an der Spitze durch überflüssige Krisen. Wie den jetzt erreichten traurigen Rekord des längsten Regierungsstillstandes in der Geschichte Amerikas.

Symbol der Dauerblockade

Es ist unfassbar. Eigentlich brummt die US-Wirtschaft und die Regierungsangestellten gehören zu den erfahrensten und kundigsten weltweit. Dennoch müssen Hunderttausende von ihnen seit mehr als drei Wochen gegen ihren Willen zu Hause bleiben oder ohne Bezahlung weiterarbeiten.

Kein anderes Land der Welt leistet sich das fragwürdige Instrument eines zwangsweisen Regierungsstillstands. Was früher als Hebel für absolute Ausnahmesituationen gedacht war, damit sich Präsident und Kongress möglichst schnell auf einen Haushalt einigen, ist längst zum Symbol für die Spaltung und Dauerblockade in Washington geworden.

Der jetzt längste Shutdown der US-Geschichte ist bereits der dritte seit Trumps Amtsantritt. Und er ist von Trump gewollt, um mit aller Macht doch noch die knapp sechs Milliarden

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