Schulz wird persönlich – FAZ

Martin Schulz setzt voll auf Nähe. Deshalb müssen an diesem Abend im ZDF-Hauptstadtstudio Stühle gerückt und Plätze getauscht werden. Einen Tag, nachdem sich Angela Merkel in der ARD-„Wahlarena“ den Fragen von 150 repräsentativ ausgewählten Bürgern gestellt hat, soll der SPD-Spitzenkandidat am Dienstagabend im ZDF „Klartext“ reden. Das Format ist ähnlich: Das ZDF hat ebenfalls gut 150 Studiogäste eingeladen, dem Sender zufolge „ein Querschnitt der Bevölkerung mit Blick auf Altersstruktur und regionale Verortung“.

Um Verortung geht es auch Martin Schulz. Er will seinen Gesprächspartnern während der eineinhalbstündigen Sendung nahe sein, räumlich und inhaltlich. Wann immer es möglich ist, setzt er sich neben sie und scheucht dafür auch mal einen Mikrofonträger zur Seite. Seine Antworten beginnt er oft mit persönlichen Geschichten – er, der Politiker ohne Abitur, er, der Polizistensohn, er, der ehemalige Bürgermeister. Er kennt die Orte, er kennt die Probleme, diese Botschaft will der SPD-Kanzlerkandidat unbedingt rüberbringen. So verständlich diese Strategie vor dem Hintergrund der schlechten SPD-Umfragewerte sein mag –– Schulz’ Interesse am jeweiligen Gegenüber wirkt in vielen Momenten ein bisschen mehr gewollt als gefühlt.

20.15 Uhr. Mit einem breiten Lächeln betritt Schulz, dunkler Anzug, blaue Krawatte, das Studio. Er lächelt, nickt und grüßt in alle Richtungen. „Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden, ist ja klar“, antwortet er auf die Einstiegsfrage von Moderatorin Bettina Schausten nach

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