Scholz redet schon vom „guten Start“ der GroKo

Eben erst war Olaf Scholz am Dienstagabend als kommissarischer SPD-Vorsitzender benannt, da reiste er sogleich von Berlin ins niederbayerische Vilshofen: Auftritt beim politischen Aschermittwoch, im Festzelt mit Bierbänken, Weißbier, Brezeln und zwei „#NoGroKo“-Plakaten. Der Auftritt, der zu Zeiten der Jamaika-Verhandlungen geplant worden war, geriet zur ersten öffentlichen Rede des amtierenden SPD-Chefs.

Als Parteivorsitzenden, „wenn auch nur zeitgebunden“, begrüßt die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen den Gast aus Hamburg am Mittwochmorgen. „Schönen Dank für die Einladung. Moin, moin!“, beginnt Scholz seine gut halbstündige Rede. Kann Hamburgs Erster Bürgermeister Menschen südlich von Lüneburg begeistern? Ist Scholz mit seiner norddeutsch-nüchternen, hanseatisch-distanzierten Art im ganzen Land vermittelbar? Das wird in der SPD schon lange kritisch gefragt.

Nun, da Scholz die Partei übergangsweise führt (wie 1993 Johannes Rau und 2008 Frank-Walter Steinmeier), ist diese Frage relevanter denn je. Zumal er ja offenbar in das Kabinett einer möglichen großen Koalition eintreten will, als Vizekanzler und Finanzminister – was er, typisch für Scholz, bisher nicht bestätigt.

Das Amt des kommissarischen SPD-Chefs hatte er hingegen gar nicht angestrebt. Diese Personalentscheidung folgte am Dienstag auf das gewagte, letztlich gescheiterte Manöver von Fraktionschefin Andrea Nahles. Sie wollte sich von den Gremien nicht nur als Vorsitzende, sondern zudem als kommissarische Parteichefin nominieren lassen. Was in den Beratungen der engsten SPD-Spitze am Dienstagnachmittag

Article source: https://www.welt.de/politik/deutschland/article173568646/Kommissarischer-SPD-Chef-Scholz-redet-schon-vom-guten-Start-der-GroKo.html