Panzer vor Pressefreiheit – FAZ

110 Milliarden Dollar. Das war das Mantra Donald Trumps am Donnerstag im Oval Office. Immer wieder betete er es den anwesenden Journalisten vor, um seine Haltung im Fall des vermissten Jamal Khashoggi zu begründen. Da war das Königshaus in Riad bereits unter erheblichen Druck geraten, hinter dem Verschwinden des im amerikanischen Exil lebenden saudi-arabischen Journalisten zu stecken. Vielleicht sogar seine Ermordung in Auftrag gegeben zu haben. „Das mögen wir nicht, nicht mal ein bisschen“, so Trump. Aber die Waffenlieferungen an Saudi-Arabien stoppen? „Das wäre für mich nicht akzeptabel.“ Riad stünden mehrere Alternativen zur Verfügung, davon zwei sehr gute, so der Präsident weiter. Das klang mehr nach dem langjährigen Unternehmer als nach dem Führer der freien Welt. Panzer statt Pressefreiheit?

Lorenz Hemicker

Trump hatte auf seiner ersten Auslandsreise als Präsident 2017 Saudi-Arabien besucht und den Abschluss eines gewaltigen Rüstungsabkommens bekanntgegeben. Faktenprüfer der „Washington Post“ hatten zwar im Nachgang Zweifel an der Größe des Vertrags angemeldet. Und selbst wenn die Höhe stimme würde es sich um Verkäufe handeln, die in ferner Zukunft lägen. Doch selbst wenn das Rüstungsabkommen deutlich kleiner ausgefallen sein sollte als von Trump angekündigt – verlässliche Zahlen zeigen, wie wichtig die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien füreinander sind, wenn es um Rüstungsgeschäfte geht. Ökonomisch

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