Macht Europa das mit?


Ein großer Redner ist Jean-Claude Juncker nicht. Er ist kein Barack Obama, der mit seinen Worten die Massen oder auch nur das Plenum des EU-Parlaments in seinen Bann ziehen kann, er erhebt nicht einmal die Stimme, um seinen wichtigsten Sätzen Nachdruck zu verleihen, zu überzeugen, mitzureißen, wachzurütteln.

Dabei ist die Voraussetzung, ein wenig Begeisterung für die EU zu wecken, so günstig wie selten: Das Brexit-Chaos in Großbritannien und der Aufstieg Donald Trumps haben offenbar dazu beigetragen, dass die EU in Umfragen teils massiv an Zustimmung gewonnen hat, EU-Feinde bei Wahlen krachende Niederlagen erlitten. Die Wirtschaft der EU wächst mit zwei Prozent und damit schneller als die der USA, die Arbeitslosigkeit ist auf einem Neun-Jahres-Tief. „Den Wind in unseren Segeln nutzen“, lautete der Titel von Junckers Rede am Mittwoch vor dem Parlament in Straßburg.

Rein inhaltlich ist es eine gelungene Rede: Das mit dem Wind könnte tatsächlich gelingen, sollten seine Vorschläge umgesetzt werden. Die Kernbotschaften: