Jamal Khashoggi: Donald Trump beschützt Saudi-Arabien


Die Khashoggi-Affäre verfolgt Donald Trump bis nach Nevada. Dort macht der US-Präsident gerade Kongresswahlkampf: Am Samstag versetzt er im Goldgräberort Elko mit einer seiner faktenfreien Büttenreden Tausende Anhänger in Ekstase.

„Das war wirklich toll“, preist Trump sich anschließend selbst vor den mitreisenden Reportern. „Noch Fragen?“

Natürlich – und fast alle drehen sich um den mutmaßlichen Mord an dem saudi-arabischen Regimekritiker Jamal Khashoggi in Istanbul – und um Trumps endloses Lavieren in dem Fall. Mr. President, machen Sie Kronprinz Mohammed bin Salman mit verantwortlich? Glauben Sie Riads Version der Todesumstände? Sind Sie damit zufrieden?

Trump laviert weiter, obwohl der Rest der Welt längst klar Stellung bezogen hat.

„Nein, ich bin nicht zufrieden“, sagt er zwar – doch sagt er dann sofort, wie so oft, genau das Gegenteil: „Aber es war ein großer erster Schritt. Es war ein guter erster Schritt.“ Leichtgläubigkeit, Zynismus, Kalkül? Bei Trump ist alles möglich.

„Er liebt sein Land wirklich“

Am Abend, nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus, legt er nach, in einem Interview mit der „Washington Post“, für die Khashoggi als Kolumnist gearbeitet hatte. „Natürlich gab es Täuschung und Lügen“, sagt Trump über die saudischen Ausflüchte. Doch Kronprinz bin Salman sei „eine starke Person“. Und: „Er liebt sein Land wirklich.“

Es sind die gleichen Worte, mit denen Trump auch schon andere Autokraten gelobt hat – Rodrigo Duterte, Kim Jong Un, Wladimir

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