Griechenland: Recep Tayyip Erdogans historischer Besuch in Athen


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Griechische und türkische Kampfjets liefern sich regelmäßig Scharmützel über der Ägäis. Beinahe täglich dringt die türkische Luftwaffe in griechischen Luftraum ein – und umgekehrt. Es sind Provokationen zwischen zwei Ländern, die vor allem Rivalität verbindet.

In dieser Woche jedoch registrierten Militärs auf beiden Seiten kaum einen Regelverstoß. Aus gutem Grund: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist seit Donnerstagmorgen zu Gast in Athen. Es ist der erste Besuch eines türkischen Staatschefs in dem Nachbarland seit 65 Jahren. Nichts soll diesen geschichtsträchtigen Auftritt stören.

Der letzte türkische Präsident, der nach Griechenland kam, war Celal Bayar im Dezember 1952. Er wurde von den Massen euphorisch empfangen, als er im Auto gemeinsam mit dem griechischen König und der Königin durch die Stadt fuhr. Seither ist das Verhältnis zwischen beiden Staaten dramatisch abgekühlt. Die Türkei und Griechenland streiten seit Jahrzehnten mehr oder weniger ergebnislos über Zypern, über Inseln in der Ägäis, über die türkische Minderheit im Norden Griechenlands. Zwischenzeitlich standen beide Länder kurz vor einem Krieg.

Erdogans Besuch in Athen markiert einen Fortschritt in den griechisch-türkischen Beziehungen. Erdogan war schon zwei Mal zuvor als Premier in Griechenland, 2004 und 2010, jedoch noch nicht als Präsident. Er wird am Donnerstagmorgen am Flughafen von Außenminister Nikos Kozias empfangen. Danach trifft er Premier Alexis Tsipras und

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