Donald Trump: Er schlingert weiter | ZEIT ONLINE – Die Zeit

In den ersten zehn Monaten seiner
Amtszeit fuhr Donald Trump in der China-Politik einen Schlingerkurs. Im Wahlkampf schon hatte er lamentiert, Peking halte seine
Währung künstlich niedrig, um seinen Export zu steigern. Das Land stehle Amerikas
Arbeitsplätze, kupfere Technologien ab und dränge die USA in ein
bilaterales Handelsdefizit von jährlich rund 400 Milliarden Dollar.

Chinas
Aufstieg
machte er für Amerikas Abstieg verantwortlich. Nach dem Einzug ins
Weiße Haus verkündete er dann auch sein Motto: „Null Toleranz für geistigen Diebstahl
und zwangsweisen Technologie-Transfer.“ Später ließ Trump den Vorwurf
der Währungsmanipulation dann wieder fallen.

Auch in der Nordkorea-Frage zeigte Trump zwei Gesichter: Erst fragte er, wieso China bestraft werden solle, wo das Land doch mit
ihm in Korea zusammenarbeite. Dann wiederum kritisierte er die
Chinesen, sie täten nicht genug, den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un zu besiegen.
Schließlich drohte er gar: Wenn China das Problem nicht lösen wolle, würden die USA
es alleine tun – notfalls durch die
vollständige Vernichtung Nordkoreas.

Fünf vor 8:00

Wer dachte, US-Präsident Trump
werde bei seiner zwölftägigen Asientour nun endlich klares Profil zeigen, hat sich
gründlich getäuscht. Er schlingert weiter.

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