Bolsonaro bei Trump: Besuch beim großen Vorbild

Die Präsidenten Trump und Bolsonaro verbindet nicht nur ihr politisches Weltbild. Sie wollen auch die wirtschaftlichen und strategischen Beziehungen ihrer Länder ausbauen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Schon bei der Begrüßung im Oval Office des Weißen Hauses war die Stimmung zwischen den beiden gleichgesinnten Präsidenten bestens. Jair Bolsonaro, der den Spitznamen „Tropen-Trump“ als Kompliment empfindet, überreichte seinem politischen Vorbild ein brasilianisches Nationaltrikot mit dem Namen Trump und der Nummer 10.

Der US-Präsident wiederum war sichtlich geschmeichelt und lobte die gegenseitigen Beziehungen: „Wir werden eine fantastische Arbeitsbeziehung haben. Wir haben viele gemeinsame Ansichten. Und wegen unserer Freundschaft sind die Beziehungen unserer beiden Länder bei weitem besser als je zuvor.“

Jair Bolsonaro | Bildquelle: AFP


Bolsonaro wird Präsident

Bedrohung oder Hoffnungsträger?

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Enge „Nord-Süd-Achse“ als Ziel

Bolsonaro ist der erste brasilianische Präsident, den seine erste Auslandsreise nach Washington führt – ein bewusstes Signal. Nicht nur wegen der vielen politischen Gemeinsamkeiten. Vor allem will der neue brasilianische Präsident sein Land wirtschaftlich und militärisch enger an die Vereinigten Staaten binden. Die Trump-Regierung sieht darin die historische Chance, eine enge „Nord-Süd-Achse“ der beiden größten Volkswirtschaften der westlichen Hemisphäre aufzubauen. „Brasilien stellt großartige Produkte her. Und wir auch. Unsere Handelsbeziehungen waren früher jedoch nie so gut wie sie hätten sein sollen. Wir werden unsere Handelsbeziehungen deutlich ausbauen. Darauf freue ich mich.“

Derzeit ist China der wichtigste Handelspartner Brasiliens. Bolsonaro will den Einfluss Chinas in seinem Land zurückdrängen. Das kommt der Trump-Regierung entgegen. Sie will den brasilianischen Markt für Agrarprodukte aus den USA öffnen, vor allem für Weizen. Umgekehrt ist Bolsonaro an Rüstungs- und Waffenlieferungen aus den USA interessiert.

Um dabei weniger Einschränkungen zu unterliegen, will Trump Brasilien einen Sonderstatus einräumen: als „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ oder – wie Trump überraschend hinzufügte – „vielleicht sogar als Mitglied in der NATO“. Darüber müsse er jedoch zunächst mit vielen Leuten sprechen, schränkte Trump ein.

Bolsonaro und Trump demonstrieren Einigkeit
tagesschau 09:00 Uhr, 20.03.2019



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Einigkeit bei Venezuela

Umso deutlicher war Trumps Zusage, den Wunsch Brasiliens nach Mitgliedschaft in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD zu unterstützen. Auch bei der Einschätzung der Krise in Venezuela herrschte große Einigkeit zwischen Trump und Bolsonaro. Beide Präsidenten bekräftigten ihre Unterstützung für den selbst ernannten Übergangs-Präsidenten Juan Guaidó. Der bisherige Machthaber Nicolas Maduro werde früher oder später zur Aufgabe gezwungen, so Trump, notfalls mit noch härteren Sanktionen: „Die Dämmerung des Sozialismus in unserer Hemisphäre hat begonnen. Und hoffentlich dämmert er auch in unserem großartigen Land. Das Letzte, was wir in den USA wollen, ist Sozialismus.“

Eine Anspielung auf den aktuellen Linkstrend unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern, die Trump 2020 besiegen wollen. Doch auch in diesem Punkt sprang Bolsonaro seinem politischen Vorbild bei. Er glaube, so die Prognose des brasilianischen Präsidenten, dass Donald Trump souverän wiedergewählt werde.


Trump empfängt brasilianischen Präsidenten Bolsonaro im Weißen Haus
Martin Ganslmeier, ARD Washington
19.03.2019 21:27 Uhr


Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2019 um 23:34 Uhr.