Berater sollen Nato-Vereinbarung vor Trump geschützt haben

Es musste schnell gehen: Noch vor dem Nato-Gipfel in Brüssel Anfang Juli sollen die Berater des US-Präsidenten Donald Trump eine gemeinsame Erklärung mit den Nato-Partnern verhandelt haben – aus Angst vor einem Alleingang Trumps wie beim G-7-Gipfel.

Wie die „New York Times“ aus Kreisen europäischer Diplomaten erfuhr, soll der Nationale Sicherheitsberater Trumps, John R. Bolton, eine Einigung „hinter den Kulissen“ vorangetrieben haben. Er soll eine Nato-Botschafterin damit beauftragt haben, sich bereits im Vorfeld des Nato-Gipfels am 11. Juli in Brüssel um ein gemeinsames Kommuniqué mit den Bündnispartnern zu bemühen.

Der Präsident selbst soll von diesen Bemühungen nichts gewusst haben. Offenbar sollte er gezielt aus der Sache herausgehalten werden, da befürchtet wurde, dass sich ein ähnliches Szenario wie beim G-7-Gipfel in Kanada wiederholen würde. Dort hatte Trump Mitte Juni sein Ja zur Abschlusserklärung des Gipfels wenige Stunden nach dessen Ende zurückgezogen.

Langwierige Verhandlungen blieben diesmal aus

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg habe Boltons Forderung ernst genommen und bei einem Treffen der Nato-Botschafter angeordnet, dass die Delegationen ihre Arbeit bis zum 6. Juli abschließen sollten. Stoltenberg äußerte außerdem, dass die üblichen Streitigkeiten über Details der Erklärung diesmal ausbleiben müssten. Mit Erfolg: Das Papier kam rechtzeitig zustande, langwierige Verhandlungen und Änderungswünsche in letzter Minute gab es keine.

Überbissig: Matt Groening mit seiner neuen Heldin,<p>Article source: <a href=https://www.welt.de/politik/ausland/article181028580/Vor-dem-Gipfel-Berater-sollen-Nato-Vereinbarung-vor-Trump-geschuetzt-haben.html