Bekenntnisse einer Verliererin – FAZ

„Ich hätte eine verdammt gute Präsidentin abgeben.“ Es sind Sätze wie dieser, mit denen Hillary Clinton in ihrem Buch das Versprechen neuer Ungeschütztheit erfüllt. In der auf fast 500 Seiten mit reichlich privaten und anderen Nichtigkeiten aufgemischten Wahlanalyse bekennt die gescheiterte Präsidentschaftskandidatin zunächst das Bekannte: „Oft hatte ich das Gefühl, in der Öffentlichkeit vorsichtig sein zu müssen, als liefe ich ohne Netz über ein Drahtseil.“ Endlich lege sie diese Vorsicht ab, gelobt Clinton.

Andreas Ross

Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

Zu erhellenden Selbstauskünften über Unzulänglichkeiten und taktische Fehler führt das kaum. Vor allem erklärt sich die Demokratin selbst zum Opfer. „Ich trat ja nicht nur gegen Donald Trump an. Ich bekam es mit dem russischen Geheimdienstapparat, einem fehlgeleiteten FBI-Direktor und dann auch noch mit dem gottverlassenen ,Electoral College‘ zu tun.“ Jenseits der russischen Einflusskampagne, James Comey und eines Wahlrechts, das eine satte Stimmenmehrheit in eine klare Niederlage im Wahlmänner-Gremium übersetzte, beschwert sich Clinton über ihren Vorwahlrivalen Bernie Sanders, die Medien,

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