„Außenpolitisch ist Morawiecki bisher ein Rätsel“

Der neue Mann an der Spitze von Polens Regierung heißt Mateusz Morawiecki (sprich: Matthäusch Morawjetzki). Das verkündete die Führung der nationalkonservativen Partei PiS am Donnerstagabend. Damit ist der 49 Jahre alte ehemalige Bankchef auch ein Anwärter auf die Nachfolge des Parteivorsitzenden Jaroslaw Kaczynski (68). Nächste Woche soll eine große Regierungsbildung über weitere Posten entscheiden.

Damit enden monatelange Spekulationen um die Zukunft von Beata Szydlo, die seit dem Wahlsieg von 2015 die Regierung geführt hatte und der in den letzten Tagen immer wieder überschwänglich für ihre Leistungen gedankt wurde. Inhaltliche Kritik an ihr wurde kaum geäußert, im Gegenteil, in den letzten Tagen argumentierten viele im PiS-Lager, sie sei beliebt, bodenständig und habe nichts falsch gemacht.

Jetzt sagte eine PiS-Sprecherin, man brauche Leute „für etwas andere Aufgaben” an der Spitze. Über Szydlo hieß es, sie habe die wachsenden Konflikte zwischen Staatspräsident, Verteidigungs- und Justizminister immer weniger im Griff gehabt.

Morawiecki ist seit 2015 Super-Wirtschaftsminister

Mateusz Morawiecki ist seit 2015 mit den zwei Ressorts Finanzen und Entwicklung der Super-Wirtschaftsminister. Der frühere erfolgreiche Bankier sagte kürzlich deutschen Medien, er wolle die „Ungerechtigkeiten der Reformen seit 1989” ausgleichen. Drei Viertel der Bevölkerung Polens seien heute einem „Blutsauger-Kapitalismus“ ausgeliefert. Das müsse man ändern. „Wir bauen eine soziale Marktwirtschaft, wie sie die deutschen Ökonomen Eucken und Rüstow nach dem Krieg entworfen haben“, sagt Morawiecki.

Die Qualifikation dafür besitzt er. Der

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